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Neue Handscanner für die Schweizerische Post

Patrik Riesen Patrik Riesen, 06, Oktober 2017

 

 

Markus Balsiger, Projektleiter bei couniq, erläutert am Projekt «Neuorientierung Mobile Computing» (NEMO) wie man bei Grossprojekten multirationales Anforderungsmanagement
vereinfachen kann.

Ich befasse mich zurzeit mit der Ablösung der Handscanner-Software der Post in der Rolle des Product Owners. Mit den elektronischen Handscannern erfassen Boten beispielsweise Unterschriften und erhalten detaillierte Informationen über Sendungen. Das Projekt ist nur schon aufgrund der Quantitäten interessant: über 20 Applikationen wurden für über 20’000 Scanner und eine Vielzahl von Endbenutzern entwickelt. Vom Paketboten über die PickPost-Stelle bis zum Backoffice ist die fachliche Breite enorm. Ebenso spannend sind die unterschiedlichen Sinnesgemeinschaften. Als ‹Sinnesgemeinschaft› wird eine Gruppe von Personen mit derselben Rationalität bezeichnet. In diesem Kontext ist wichtig, dass das Interaktionsmuster einer Sinnesgemeinschaft von ihren Realitäten abhängt. Blendet man aus, dass Individuen vom Projekt
abweichende Ziele verfolgen könnten, gilt:

Wahrgenommene Realität → Legitimation → Handlung

Die ‹wahrgenommene Realität› führt über die Legitimation zur Handlung eines Individuums. Will
ich in einem Projekt erreichen, dass alle Sinnesgemeinschaften am selben Strick ziehen, sollte ich
also versuchen, die wahrgenommenen Realitäten zu homogenisieren. Den Filter, durch den jemand seine Umwelt betrachtet, kann ich zwar kaum beeinflussen, aber ich kann für die ‹richtige› Umwelt
und die ‹richtigen› Einflüsse sorgen.

Realität als Emulgator nutzen

Doch wie kann eine wahrgenommene Realität im gesamten Projekt und in dessen Sinnesgemeinschaften etabliert werden? Von den zahlreiche Möglichkeiten, die es gibt, mache ich mit folgenden sehr gute Erfahrungen:

  • Blick in die Karten
    Eine Blackbox vermittelt keine Realität. Zeigen Sie
    klar und ehrlich auf, weshalb Sie etwas tun. Seien
    Sie stolz auf Ihr Backlog, führen Sie Ihre Priorisierung
    öffentlich auf und sprechen Sie darüber.
  • Querfeldein-Kommunikation
    Durchbrechen und durchmischen Sie Sinnesgemeinschaften.
    An Sitzungen oder beim Kaffee.
    Die Konfrontation mit Argumenten aus anderen
    Sinnesgemeinschaften hilft, ein übergreifendes
    Verständnis zu etablieren.
  • Fassbare Erfahrungen
    Machen Sie Ihre Erfahrungen anderen zugänglich,
    beispielsweise durch Berichte. Nutzen Sie sie
    zur Argumentation und sorgen Sie dafür, dass
    alle am Produkt Beteiligten Erfahrungen damit
    sammeln können.

Sich an die Hand nehmen lassen

Vergessen Sie nicht, auch sich selber führen zu lassen. Ich werde momentan immer wieder mit direktem, ungefiltertem Feedback von Pilotbenutzern versorgt. Dieser Zugang hilft mir, meine Realität in kürzester Zeit ‹auszudehnen›. Zurzeit habe ich das Glück, aufgrund der Initiative aus den Fachbereichen automatisch an dieses Feedback zu gelangen. Mein Learning ist aber: Wer die Lösung massgeblich mitgestaltet, braucht ungefilterte Rückmeldungen vom Endanwender. So einfach dies klingt, so häufig wird es gerade in Grossprojekten oft vernachlässigt. Natürlich ist die Berücksichtigung der Multirationalität nur ein Baustein des Erfolgs, aber einer, der massgeblich zum Gelingen eines Projekts beiträgt.

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