Die 10 todsicheren Motivationskiller

Sebastian Kracher , 14, Juni 2019 341

Wie motiviere ich meine Mitarbeiter? Verbringst Du mit dieser Frage auch eine Menge Zeit, hast schon Alles versucht und doch nichts erreicht? Intrinsisch sollen wir motivieren, nicht extrinsisch. Soweit haben wir das ja verstanden. Aber wie genau sollen wir das angehen?

Die Herausforderung ist, das intrinsische Motivation eben nicht von aussen, sondern von innen kommt. Also vom Mitarbeitenden selbst. Was in unserer Möglichkeit liegt, ist ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende motiviert sind. Was wir nicht können, ist Mitarbeitende aktiv motivieren.

Und doch verwenden wir eben dafür so viel Zeit: wir führen Workshops durch, in denen wir versuchen, unseren Mitarbeitenden diese intrinsische Motivation ‘einzubläuen’. Dies ist oft kontraproduktiv, und dass wir keine nachhaltigen Resultate erzielen, demotiviert am Ende des Tages auch uns selbst.

Diese aktive Motivation ist eine klassische Verschwendung. Wir können unsere Zeit und Energie weitaus sinnvoller investieren.

Wir können beispielsweise eine gesunde Firmenkultur schaffen. Ein Menschliches Miteinander und ein Wertschätzendes nebeneinander. Schaffen wir dies, so folgt die Motivation ganz von selbst. Unsere Teams leisten mehr und unsere Fluktuation sinkt. Unser Unternehmen zieht plötzlich wahre Talente an, es wird als guter Arbeitgeber bekannt.

Die Kultur anzupassen ist kein einfaches Unterfangen. Wir alle kennen Peter Drucker und seinen ebenso weisen wie immer noch waren Spruch:

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Culture eats strategy for breakfast.

Peter Drucker
Vordenker, Management Consultant

Dies bedeutet in seiner Konsequenz, dass eine neue Kultur keine Strategie sein kann, dass wir diese nicht vorgeben können. Die Kultur zu verändern ist ein langwieriger, schwieriger Prozess. Dieser kann nur zielführend erfolgen, wenn wir die neuen Werte 100% vorleben. Jeden Tag demonstrieren, dass wir es ernst meinen.

In der Praxis zeigt sich, dass auch die Kultur – oder insbesondere die Kultur – am effektivsten in kleinen Schritten angepasst wird – Vorgehen nach Kaizen. Wir brauchen also keine grossen Kick Off Meetings, keine tagelangen Retraiten. Wir identifizieren Verbesserungspotential und verbessern.

Verbesserungspotential gibt es sehr oft auch bezüglich der Motivation unserer Mitarbeitenden. Wie bereits erläutert, können wir aktiv wenig tun, um Mitarbeitende zu motivieren. Aber wir können einiges tun, um Mitarbeitende nicht zu demotivieren.

Hier können wir also den Hebel ansetzen:

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Fokussiere nicht auf Motivation sondern auf weniger Demotivation.

Sebastian Kracher
Agilist

Die folgende Liste kann dir helfen, Motivationskiller in deinem Unternehmen zu identifizieren. Ich bin mir aber sicher, wenn du dich ehrlich hinterfragst, fallen dir viele weitere Faktoren ein, die ihr auch in eurem unternehmen verbessern könntet. Ja, die Beschreibungen sind etwas übertrieben und nicht immer ganz ernst gemeint. Willst Du wirklich etwas verbessern, so sei ehrlich zu Dir selbst und suche auch nach kleinen Anzeichen. Du kannst Dir natürlich auch sagen – Nein, so schlimm bin ich also nicht 😉

 

1) Misstrauen / kein Vertrauen

Deine Mitarbeiter sind zu nichts zu gebrauchen. Dies sagst Du ihnen natürlich nicht, aber Du weisst es. Alle Entscheidungen müssen unbedingt über Deinen Tisch laufen. Für wichtige Aufgaben setzt Du lieber auf externe Unterstützung, da weisst Du was du kriegst.

 

2) Keine Zeit haben

Du bist wichtig! Du musst an wichtige Meetings! Deine Arbeit ist viel wichtiger, als die Deiner Mitarbeiter. Dies musst Du natürlich bei jeder Gelegenheit beweisen und hast niemals Zeit für Deine Mitarbeiter. Sie sollen doch bitte einen Termin machen – so in 2 Monaten hättest Du einen Slot.

 

3) Informationen zurückhalten

Du bist wichtig! Das kannst Du durch Informationsvorsprung beweisen. Diesen Vorsprung darfst Du nicht gefährden. Gib so wenig Informationen weiter wie möglich.

„Dies ist eine Brisante Information, das können wir den Mitarbeitern (noch) nicht sagen.“ oder „Das bleibt aber unter uns.“ Die beste Art, Gerüchte zu fördern! Wie kann dein Team an einem Strang ziehen, wenn es nicht alle nötigen Informationen hat?

Beliebt ist auch, Weisungen und Regeln herauszugeben, ohne die Gründe dahinter zu erläutern. Deine Mitarbeiter sollen einfach tun was ihnen gesagt wird. Die Denkarbeit übernimmst Du.

 

4) Keine klare Linie / heute so, morgen so

Eure Strategie ist extra schwammig gehalten, Erläuterungen oder konkretisierende Strategien fehlen.

Da kannst Du heute so und morgen anders auslegen und jeweils unterschiedliche Anweisungen geben.

Wir sind ja agil.

 

5) Gegen andere Abteilungen arbeiten

Deine Abteilung ist die Wichtigste, Deine Sicht der Dinge ist die Richtige. Dies musst Du durchsetzen. Deine Leute liegen Dir am Herzen und somit ist ganz klar, in welcher League Du spielst.

Wenn Du nun sagst: «Aber genau das wird doch meine Mitarbeiter motivieren, wenn sie erkennen, dass ich hinter ihnen stehe!» Lass mich erläutern:

Du bist auf Deiner Stufe wieder Teil eines weiter gefassten Teams. Deine Aufgabe ist es, in diesem Team einen Konsens zu entwickeln, der in alle Teams hinuntergespiegelt wird. Tust Du dies nicht, tut Ihr dies nicht, müssen Deine Mitarbeitenden die Suppe auslöffeln.

 

6) Nach Zahlen managen

Deine Mitarbeiter sprechen Nerd Slang. Die versteht kein Mensch. Um sie korrekt Managen zu können, abstrahierst Du alles in Zahlen und diese werden das einzig Aussagekräftige. Zahlen lügen schliesslich nicht. Deshalb verwendest Du sie auch gleich zur Zielvereinbarung.

 

7) Schuld zuweisen

Ist etwas nicht ganz korrekt gelaufen, muss sofort ein Schuldiger benannt werden. Die Gründe und Umstände spielen keine Rolle. Es muss jemand für den Fehler geradestehen.

 

8) Politische Spiele

Die liebt jeder! Speile sie mit Deinen Peers und fördere sie bei Deinen Mitarbeitern. Du musst schliesslich wissen, wen Du in der nächsten Promotionsrunde berücksichtigen willst.

 

9) Abstrakte, individuelle Ziele

Jeder Mitarbeiter ist ein Individuum. Jeder muss individuell gefördert werden. Die Ziele, die in Mitarbeitergesprächen festgelegt werden, sollten nichts mit den Unternehmenszielen zu tun haben. Sehr wichtig ist auch, dass sie vor anderen Mitarbeitern geheim gehalten werden.

 

10) Bürokratie

Alles muss geregelt sein. Deshalb brauchen wir einen klaren Prozess, 3 Formulare und 2 Freigaben, um ein Bleistift zu bestellen.

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If you want to make the world a better place, take a look at yourself and make the change.

MICHAEL JACKSON
King of Pop

Verbessere Dich jeden Monat in einem der Punkte ein wenig. Achte darauf, dies auch nachhaltig zu tun und nicht rückfällig zu werden. Du wirst nicht sofort eine Reaktion ausmachen können. Aber mit der Zeit wird sich die Kultur in Deinem Umfeld ändern. Deine Mitarbeiter werden motivierter sein und bessere Resultate liefern.

Sebastian und couniq wünschen viel Glück!

Was ist Dein Favorit? Kennst Du weitere Motivationskiller? Was geht Dir persönlich total auf den Zeiger?

Schreibe einen Kommentar und diskutiere mit.

Kommentare (1)

  • PeterPeter Larsson :

    Die Nr. 4) Keine klare Linie / heute so, morgen so (Wir sind ja agil) ist ein häufig anzutreffender Motivationskiller in Organisationen. Agilität muss oft als Entschuldigung für unstrukturiertes Arbeiten hinhalten. Daher ist es wichtig, dass man bei sich selber anfängt und eine klare Linie verfolgt.

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